Polaroids

Ich fotografiere schon seit über 15 Jahren auf Polaroid-Material mit großem Enthusiasmus. Angefangen hat das Ganze während meiner Ausbildungszeit, in der noch nicht digital fotografiert wurde. Wir haben Polaroids als Testbilder eingesetzt, um die Belichtung zu überprüfen. Ich war vom ersten Moment an fasziniert, vor allem natürlich davon, dass das Bild einfach innerhalb von einer Minute fertig war, aber auch von dem speziellen Geruch der Chemie und dem „Look“ der Bilder. Ich habe das Material immer als sehr wertig empfunden – kleine Originale eben. Zunächst habe ich Polaroids mit der  Großformat-Kamera fotografiert, die sehr schwer war und aufgrund ihres Alters auch nicht einfach zu händeln. Irgendwann bin ich zu den kleineren Polaroid-Kameras übergegangen und habe mir eine SX-70 und eine Polaroid 100 angeschafft und diese beiden Kameras benutze ich bis heute. Im Zeitalter der digitalen Fotografie schätze ich an den Sofortbildern die Entschleunigung – ein Film hat nur 8 oder 10 Aufnahmen und jede Einzelne muss gut durchdacht werden. Hinzu kommt, dass einige Filme gar nicht mehr hergestellt werden und wenn ich doch noch mal einen irgendwo ergattere, gehe ich damit natürlich besonders bedacht um. Das Ergebnis sind Unikate jenseits des Digitalfoto-Mainstreams. Einige meiner Bilder waren auch schon Teil verschiedener Ausstellungen in unter anderem Aachen, Köln, Paris und Arles und meine Polaroid-Reportage „Ausrangiert, ausgestorben, auferstanden“ über das Impossible Projekt schaffte es damals auf die Shortlist des Nannenpreises.