Schottland – Von Glens und Bens

„Sind das jetzt etwa schon die Highlands?“, höre ich mich fragen als wir an ein paar kleineren Hügelchen vorbeifuhren. Ich war richtig aufgeregt und hatte die ganze Zeit Angst, dass wir an den „guten“ Stellen einfach verpassen ohne sie zu bemerken. Wir waren natürlich einfach noch meilenweit von den Highlands entfernt. Wir sind von Edinburgh über Inverness zur Isle of Skye gefahren und auf dem Rückweg am Ben Nevis vorbei nach Glasgow. In der Zwischenzeit haben wir allerhand gesehen und erlebt. Beachtlich fand ich, wie freundlich Alle waren. Einige Male sahen wir wohl ein bisschen orientierungslos aus und ohne dass wir danach gefragt haben, wurde uns direkt Hilfe angeboten. Wenn ich das so schreibe, dann wirft das natürlich die Frage auf, ob mit uns generell irgendwas nicht stimmt. Aber auch sonst habe ich die Leute als sehr offen empfunden und man hat oft ein bisschen parliert, auch wenn es nur über das Wetter war.

Später auf der Isle of Skye gab es natürlich noch die Highlands zu sehen und auch wenn wir wahrscheinlich ein paar gute Spots verpasst haben, war das, was wir gesehen haben richtig schön. Genächtigt haben wir in einem Wohnwagen, der auf einer Art Bauernhof stand am nördlichsten Zipfel der Isle of Skye. Tagsüber konnte man bis zu den Hebriden gucken und nachts die Milchstraße sehen, vor allem dann, wenn man mitten in der Nacht vom Wohnwagen in das Haus laufen musste, um pinkeln zu gehen. Unser Gastgeber hat uns an einem Vormittag mitgenommen zu einer Viehauktion.

Als wir am Ben Nevis waren und den nicht hochgehen konnten wegen schlechter Witterung, sind wir stattdessen zur Corrour Station gefahren. Eine Bahnhofsstation mitten im Nichts auf 400 Metern Höhe. Es hat geregnet und es war grau, aber da waren wir nun. Wir sind dann so lange durch das Moor gelaufen bis meine Schuhe bis zur Oberkante mit Wasser voll waren (danach konnte ich sie auch getrost entsorgen). Das klingt alles sehr ungemütlich, war aber tatsächlich einer der besten Ausflüge in der Zeit.